Eine Rede mitten im Wald

Die Trauerrednerin Daniela Mecklenburg fühlt sich im Wald zuhause.


‚Ohne Wald kann ich nicht sein‘, sagt Daniela Mecklenburg. Aufgewachsen ist die Trauerrednerin inmitten einer großen Familie direkt am Waldrand. Schon als Kind stromerte sie durch Wald und Wiesen. Die Knie aufgescheuert, vom vielen Klettern und Toben – bei Wind und Wetter immer draußen unterwegs.


Der Wald lässt uns atmen, der Wald lässt uns spüren wie klein und unbedeutend unsere eigene Existenz angesichts des unendlichen Universums doch ist. Der Mensch hat ein großes Bedürfnis nach Natur. Der Wald spendet uns Trost, denn in der Natur ist der Tod von Lebewesen nicht das Ende, durch Umwandlung dient alles dem Wachstum und Entstehen neuen Lebens. Eine Abschiedsfeier inmitten der Natur kann viel Kraft und Zuversicht spenden.


Die etwas andere Trauerfeier

Die Idee, eine Ausbildung zur Trauerrednerin zu absolvieren, entstand nach einer schmerzlichen Erfahrung vor ein paar Jahren. Eine Freundin verunglückte tödlich bei einer Bergtour. Die anschließende Trauerfeier fand in den hellen und lichten Räumen eines alternativen Münchner Bestattungshauses statt, da gab es viel Zeit und Raum und auch eine wirklich gute Rede.


Daniela Mecklenburg, selbst durch den frühen Tod der Eltern geprägt, machte um das Thema Tod und Bestattung immer einen großen Bogen. Triste Beerdigungen sind ihr bis heute ein Graus. Diese etwas andere Trauerfeier hatte sie zutiefst berührt, ‚Plötzlich wusste ich, was ich tun wollte‘. Jedes Leben ist es Wert erzählt zu werden. Was macht denn einen Menschen aus, was sind seine Eigenheiten, was seine Schwächen – ein heruntergeleierter biografischer Abriss wird einem Menschenleben selten gerecht.


Nach einer fundierten Ausbildung fing die ehemalige Designerin an, hauptberuflich als Rednerin zu arbeiten. Zu ihrem Angebot gehört auch das sogenannte Trostbuch, ein hochwertiges, professionell gestaltetes Erinnerungsbuch für Verstorbene, das mit der Trauerrede und vielen Bildern bestückt, bereits ab einer Auflage von 10 Stück zu erwerben ist.


Trauerrede im Wald

Daniela Mecklenburg hält ihre persönlich verfassten Reden überall zwischen München und Garmisch-Partenkirchen, in Aussegnungshallen, auf Friedhöfen – doch am allerliebsten im Wald. Somit zukünftig auch im Stillen Wald Mittenwald. Da steht sie bei Wind und Wetter fest verwurzelt, ihre freundliche Stimme klingt klar und deutlich. In großer Wertschätzung erzählt sie vom Leben des Verstorbenen und leitet, die zuvor mit den Angehörigen entwickelte Zeremonie an.


In der Regel werden die Aufträge von den ortsansässigen Bestattungsinstituten vermittelt. Bei einem Trauerfall kann aber auch direkt Kontakt aufgenommen werden, auf ihrer Website www.herzenstrost.de stehen alle wichtigen Infos. Nach der Kontaktaufnahme findet ein ausführliches Angehörigengespräch statt, am besten direkt bei den Familien zuhause, notfalls auch per Video- oder Telefonkonferenz.


Das Geheimnis sei es, sich viel Zeit zu nehmen, genau hinzuhören, genau hinzuspüren, diskret abzuwägen was gesagt oder manchmal auch ungesagt bleiben soll. Auch das Formulieren der Rede nimmt viel Zeit in Anspruch, jede Rede ist einzigartig. Die lebenskluge Frau strahlt Sicherheit und Ruhe aus. Die guten Referenzen auf ihrer Website zeigen, dass da jemand wirklich seine Berufung gefunden hat.


Im Mittelpunkt steht das Leben

‚Mein Thema ist nicht der Tod, sondern das Leben!‘ sagt die studierte Geisteswissenschaftlerin, ‚Die Angehörigen erzählen mir von dem verstorbenen Menschen. Ich fasse die Eigenheiten der Person, die Ereignisse eines Lebens zusammen, erinnere an die schönen, guten und manchmal auch schwierigen Momente. Die Angehörigen haben viel Zeit und Raum sich zu erinnern, sich gebührend zu verabschieden. In erster Linie geht es um die Menschen, die zurückbleiben‘.


Wie finden eigentlich streng gläubige Menschen so eine Trauerfeier im Wald? Eine freie Zeremonie im Wald, kann durchaus eine respektable Möglichkeit des Abschiednehmens sein. Eine freie Rednerin wie Daniela Mecklenburg versteht sich darauf, auf Wunsch auch Gebete oder einen Segen zu sprechen. Die Himmelspforten stehen für alle Menschen weit offen, denn am Ende geht es immer um: Glaube, Liebe, Hoffnung – und zwar ganz egal welcher, oder ob wir überhaupt einer Religion angehören.


Eines ist sicher, auch Daniela Mecklenburg möchte irgendwann am Fuße eines Baumes beerdigt werden, eine andere Art der Bestattung käme für sie selbst nicht in Frage. Einen Platz finden im Kreislauf des ewigen Lebens. ‚Gib mir die Natur, denn ich brauche sie. Im Wald ist es schön, der Wald tut mir gut – auch weit über den Tod hinaus!‘


Daniela Mecklenburg, www.herzenstrost.de, Juli 2021


Dieser Artikel erschien am 7.7.2021 im Kreisboten Starnberg, Weilheim und Garmisch -Partenkirchen